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Redebeitrag: Sexualisierte Gewalt in den Medien

Der große Erfolg der SlutWalk-Bewegung wird zum Teil damit begründet, dass das Jahr 2010/2011 das „Jahr der Vergewaltigungen“ sei. Tatsächlich fallen jeder gleich drei große Namen ein, wenn es um sexualisierte Gewalt in den Medien geht; Julian Assange, Dominique Strauss-Kahn und Jörg Kachelmann. Alle drei mächtige Männer, Hoffnungs- oder zumindest Sympathieträger. Ihre Klägerinnen: unbekannte, anonyme Frauen, die es sich anscheinend zum Ziel gesetzt haben, den Ruf, die Karriere und das Leben der Angeklagten zu zerstören. Motive: Rache, Eifersucht, politisches Kalkül. So zumindest die allgemeine Auffassung in den Medien.
Mir geht es in diesem Beitrag nicht darum, über Schuld und Unschuld zu spekulieren. Mir geht es um die absolut subjektive Art der Medienberichterstattung, die die Angeklagten zu Opfern, die Klägerinnen zu Täterinnen macht. Wenn sexualisierte Gewalt zu einer „Sex-Affäre“ wird, der potentielle Vergewaltiger zum frechen Schürzenjäger, dann läuft etwas mächtig falsch. Und das Wort „mächtig“ ist in diesem Fall von besonderer Bedeutung.
Das sexualisierte Gewalt viel mehr mit Macht als mit Sex zu tun hat, wird in der Berichterstattung gerne verschwiegen. Tatsächlich sehen sich vermeintliche Vergewaltiger aber oftmals gleich zweimal in entscheidenen Machtpositionen; einmal während der Vergewaltigung selbst und dann nochmal während des Prozess, in dem die potentiellen Täter in Schutz genommen und die vermeintlichen Opfer diskreditiert werden. (mehr…)

Unser toller Flyer! :)

Alle Geschlechter sind willkommen! Kommt zahlreich, zieht euch an, wie ihr euch wohlfühlt und bringt eure Freund*innen, Großeltern, Eltern, Kinder, Enkelkinder und auch alle anderen mit!

Faschist*innen, Rassist*innen und Sexist*innen bleibt zu Hause!

Verzichtet bitte auf Partei- und Nationalsymboliken, das Wesentliche sollte nicht in den Hintergrund rücken.

Unser Manifest!

SlutWalk Ruhr, weil…

…wir es satt haben, in einer Kultur zu leben, die uns sagt: „Lasst euch nicht vergewaltigen!“, anstatt: „Vergewaltigt nicht!“!

…wir die Einschränkung unserer Persönlichkeitsrechte nicht mehr hinnehmen, um die Gefahr von Grenzüberschreitungen zu reduzieren!

…wir endlich frei und selbstbestimmt mit unseren Körpern und unseren Leben umgehen können wollen, ohne dafür von der Gesellschaft sanktioniert zu werden!

…wir nicht mehr tatenlos zusehen, wie Vergewaltigunsmythen aufrecht erhalten und die wahren Ursachen von sexualisierter Gewalt verschleiert werden!

…wir genug von Medienberichten und Gerichtsurteilen haben, die den Opfern eine Mitschuld an sexualisierten Übergriffen geben!

…wir ein für alle mal klarstellen wollen, dass Nein auch Nein bedeutet – immer und überall!

…wir flirten, feiern und lieben können wollen, ohne Angst haben zu müssen, dass unser*e Gegenüber unsere Grenzen verletzt!

…wir uns nicht weiter fremddefinieren lassen, sondern selbst bestimmen, wer wir sind, wie wir sind und was das für uns bedeutet!

…wir all denen, die sich vom sexistischen Normalzustand haben einschüchtern und beschränken lassen, Mut zusprechen wollen; wir sind viele und wir sind stark und wir holen uns die Straßen, die Nächte und unsere Freiheiten zurück!