FAQ

Da die SlutWalks noch eine sehr junge Bewegung sind, kommen mit Sicherheit viele Fragen auf. An dieser Stelle versuchen wir ein paar davon zu beantworten. Wenn ihr Fragen habt, auf die ihr hier keine Antwort findet, könnt ihr uns auch gerne eine E-Mail an: slutwalkruhr@googlemail.com schreiben. Wir bemühen uns, euch so schnell wie möglich zu antworten.

Wo und wann findet der SlutWalk Ruhr statt?
Der SlutWalk Ruhr wird am 13. August 2011 (parallel zu vielen weiteren SlutWalks deutschlandweit) in Dortmund stattfinden (Wir haben uns letztendlich für Dortmund entschieden, damit sich keine*r zwischen dem am selben Tag stattfindenden Veggie-Street-Day und dem SlutWalk entscheiden muss, sondern einfach beides miteinander kombinieren kann.). Wir werden gegen 14 Uhr mit einer Auftaktkundgebung an den Katharinentreppen (ggü. vom Dortmunder Hbf) beginnen, anschließend etwa 60 Minuten durch die Dortmunder Innenstadt ziehen und unseren SlutWalk dann gegen 15:30 Uhr mit einer Abschlusskundgebung am Reinoldikirchplatz beenden.

Sind nur Frauen angesprochen?
Nein! Es ist egal ob du dich als Frau, Mann, irgendwas dazwischen oder einfach nur Mensch definierst – du bist hier in jedem Fall richtig! Geschlechter spielen bei uns keine Rolle.

Wie kann ich mich einbringen?
Es gibt noch viel zu tun, damit der SlutWalk Ruhr zu einem vollen Erfolg wird. Die Demo muss angemeldet werden, eine Route geplant, Flyer und Plakate müssen entworfen, gedruckt und verteilt werden usw. usf. Hilf uns beim planen, gestalten, verbreiten, werben, übersetzen und gehe am 13. August mit uns gemeinsam auf die Straße! Unsere Treffen sind offen und werden regelmäßig hier auf der Seite bekannt gegeben. Du kannst jederzeit einsteigen. Wir freuen uns auf dich!

Gibt es bei euch einen Dresscode?
Nein! Da der SlutWalk sich explizit gegen Dresscodes richtet, wird es selbstverständlich auch bei unserem Aufmarsch keinen geben. Du kannst kommen, wie du willst – ob als Frau im Kartoffelsack, als Mann im Minirock, geschlechtlos im weiten Pullover oder einfach ganz bequem in deiner Jogginghose. Die Hauptsache ist, du kommst!

Wieso denn gerade das Wort „Slut“?
Zunächst einmal hatte das Wort „Slut“ einen ganz konkreten Bezug – die Bewegung formierte sich unmittelbar nachdem der Polizeibeamte Sanguinetti einer Gruppe von Jura-Studierenden in Toronto geraten hatte, sich nicht wie „Schlampen“ (engl. „Sluts“) zu kleiden, wenn sie keine Opfer von sexualisierter Gewalt werden wollten. Beim SlutWalk geht es aber nicht nur um Kleidung – es geht darum, sein zu können wer du willst, wie du willst und tragen zu können was du willst, ohne stigmatisiert zu werden oder Gefahr zu laufen, Opfer von sexualisierter Gewalt zu werden. Es geht darum, klar zu machen, dass eine Frau absolut immer das Recht auf Respekt und physische sowie psychische Unversehrtheit hat, ganz egal wie kurz ihr Rock ist oder ob sie vielleicht sogar tatsächlich ihr Geld mit Prostitution verdient. Der Begriff „SlutWalk“ ist der Versuch, sich ein Wort zurückzuerobern, das über einen sehr langen Zeitraum negativ besetzt war und es bis heute ist. Der Versuch mag gewagt sein, ist aber auf keinen Fall unmöglich, wie auch das Beispiel des Wortes „Queer“ zeigt, welches eine ganz ähnliche Entwicklung durchgemacht hat. Es ist der Versuch weg von der Fremd- und hin zur Selbstdefinition und -bestimmung. Und genau genommen ist deshalb schon der Name selbst Protest.

Und wieso diese freizügige Kleidung? Ist das nicht eher kontraproduktiv?
Die SlutWalks haben zum Teil mit dem Vorurteil zu kämpfen, sie würden nur deshalb ein so breites (mediales) Interesse wecken, weil auf ihnen so viel Haut gezeigt würde. An diesem Argument mag sicher etwas dran sein, allerdings reduziert es Menschen in knapper Kleidung wieder mal nur auf eines: ihr äußeres Erscheinungsbild. Wer einmal genauer hinschaut, wird zwischen Strapsen und High Heels nämlich unzählige Plakate, Banner und auch genügend Menschen in ganz normaler Alltagskleidung entdecken. Die SlutWalks sind keine Maskenbälle, kein vorzeitiger Karneval und auch garantiert kein Kampf um „das Recht, sexy zu sein“ (wie der Spiegel fälschlicherweise verkündete). Diese Menschen in ihren knappen Outfits wollen damit nämlich etwas ganz anderes ausdrücken. Und zwar sinngemäß: Wir sind hier, in kurzer Kleidung aber trotzdem als mündige Personen. Wir haben eine Meinung und diese werden wir zum Ausdruck bringen. Auch im tief ausgeschnittenen T-Shirt sind wir noch Personen, die es ernst zu nehmen gilt! Und genau dieser Punkt ist revolutionär. Eine Frau, die leichtbekleidet auf die Straße geht, hat auch heute noch mit einer Zurechtweisung ihres Verhaltens zu rechnen. Dies kann in Form von dummen Sprüchen, Grabschereien oder anderen Grenzüberschreitungen passieren. Aber egal wie unsere Kleidung ausfällt, sie kann uns niemals den Status des Subjektes nehmen, das es ernstzunehmen gilt. Und genau dafür setzten die SlutWalks ein Zeichen.

Schließt der SlutWalk durch seine Aufmachung nicht all jene aus, die nicht dem westlichen Kulturkreis angehören und den westlichen Kleidungsstil nicht teilen?
Nein, denn es gibt auch außerhalb des westlichen Kulturkreises genug Menschen, die beispielsweise gerne Minirock tragen würden, in diesem Fall allerdings mit noch stärkeren Sanktionen zu rechnen hätten als es im Westen der Fall ist. MakeUp, Kleidung oder allein die Frage, wie viel Haar unter dem Schleier hervorlugt, kann in vielen Ländern eine Form von Widerstand sein. Die Mittel im vergleichsweise liberaleren Westen sind radikaler, sie verfolgen aber dasselbe Ziel. Außerdem greift die SlutWalk-Bewegung inzwischen auf immer mehr Länder und Kontinente über und es formieren sich bereits die ersten Proteste in Indien, Zentral- und Südafrika.